Bundespräsident Wulff und das Mailbox-Drama
So lacht das Web über Wulff
Das Medienecho und die Reaktionen im Netz sind gewaltig. Bei Twitter werden Vorschläge für einen Nachfolger gesammelt. In Blogs und in Zeitungskolumnen wird über eine Rückkehr zu Werten diskutiert. Darunter lacht das Web über Wulff. Zu meinen Lieblingsfundstücken der letzten Stunden gehört die wunderbare Satire von WDR5, ein gefälschter Mitschnitt des Anrufs von Bundespräsident Wulff bei Bild-Chefredakteur Kai Diekmann:
WDR5 Politikum - Der AB von Diekmann by Malotki
Für die wahren Hintergründe hatte meine Oma am 27.11 offenbar schon ein gutes Näschen.(Das Zitat entstand unabhängig von einem Gespräch über Wulff oder die Affaire.
Zitat meiner Oma: "ich brauche kein Online, ich habe einen Anrufbeantworter!"
— Michael Praetorius (@praetorius) Dezember 27, 2011
Schnell ist Wulff zum Internet-Meme geworden. Via Twitter werden bereits Filmtitel zu Wulffs Verhalten gesucht (#wulfffilme):
Einer flog übers Eigenheim #wulfffilme
— Twipsy von FK-tv (@FKTVTwipsy) Januar 3, 2012
Guck ma wer da (auf die Mailbox ) spricht ! #wulfffilme
— Jan Ferch (@ElFercho666) Januar 4, 2012
President Evil #wulfffilme
— Patrick (@pedesen) Januar 3, 2012
Wulff spricht 82 Millionen Deutschen auf die Mailbox, um Gerede zu unterbinden ... #wulff #diekmann bit.ly/vgGpc9
— Der Postillon (@Der_Postillon) Januar 3, 2012
Ich werde der nächste Bundespräsident. Ich habe 'ne vorzeigbare Familie, keine reichen Freunde und telefoniere nur höchst ungern.
— Thomas ? (@sechsdreinuller) Januar 2, 2012
Wie "integer" Wulff und sein Freundeskreis sind, wollte der Stern mit einer Fotosatire belegen
Der Tweet des noch jungen Jahres kommt von Ex-Tennis-Profi Boris Becker, der gleich mal ein paar Karrieretipps für Wulff twittert:
Vielleicht zu lange in hannover gelebt ...MAN legt sich niemals mit BILD an ,oder MAN gewinnt WIMBLEDON !
— Boris Becker (@Becker_Boris) Januar 2, 2012
Etwas ernster und durchaus Lesenswert sind die Repuationstipps für ein Staatsoberhaupt von Klaus Eck.
Transparent und glaubwürdig wirkt die politische Kommunikation unseres Bundespräsidenten Christian Wulff nun wirklich nicht mehr. Ein umstrittenes Privat-Darlehen, einige Urlaube bei schwerreichen Freunden sowie die Drohung gegenüber mehreren Journalisten beschädigen täglich mehr die Reputation von Wulff, der inzwischen um sein Amt fürchten muss
So lustig sich die Deklassierung Wullfs im Web anfühlt, so wahr ist folgender Tweet der Zeit Online. Ein Bundespräsident, der die Medien erpresst, ist falsch im Amt.
Ein Bundespräsident, der Medien zu erpressen versucht, ist nicht haltbar. Kommentar zur Affäre Wulff: j.mp/tM2Vbh (mh)
— ZEIT ONLINE Politik (@zeitonline_pol) Januar 2, 2012
Noch konkreter formuliert es der stellvertretende Chefredakteur der Welt, Oliver Michalsky bei Facebook:
"Ich fasse mal zusammen: Ein Verfassungsorgan hat offenkundig ein Problem mit Grundgesetz-Artikel 5. Damit ist wohl der Rubikon überschritten."
Diese Gedanken und Links unter dem Text haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Euch noch was dazu einfällt oder ihr auch noch Links zum Thema teilen möchtet, freue ich mich auf Eure Kommentare und die Diskussion.
Links
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Schnell noch Autogrammkarten von Christian und Bettina Wulff bestellen Autogrammkarten bei Bundesregierung Online
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Amt or Not? Ist Christian Wulf noch im Amt? http://istchristianwulffnochimamt.de/
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Oliver Michalsky bei Facebook "Ein Verfassungsorgan hat offenkundig ein Problem mit Grundgesetz-Artikel 5. Damit ist wohl der Rubikon überschritten."
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Stefan Aust über den Wulff-Anruf bei Bild So etwas Irres ist mir noch nie vorgekommen
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Wie ein Landrat von Osnabrück Wulffs Verhalten in der Kredit-Affäre
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So postet Christian Wulff auf Facebook Stern.de Fakt die Facebook Seite des Bundespräsidenten
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Wulff falscher Umgang mit den Medien Wulff trat weder live vor die Kameras, noch stellte er sich den Fragen einer Pressekonferenz mit Vertreten verschiedener Medien und Journalisten. Wulff ließ die Sendung aufzeichnen und adressierte sie zu besten Sendezeit abends als Stellungnahme an die Nation.

