Zukunft des Rundfunks im Web

Autor: Michael Praetorius vor 42 Monaten

Medientage München

Wie sieht die Zukunft des Rundfunks im Internet aus? Darum geht es heute auf den Münchner Medientagen.

Auf dem Podium diskutieren dies Jörg Blumtritt (European Operations Officer, Tremor Media Europe, Vorsitzender AG Social Media, München), Martin Gebrande (Geschäftsführer Bayerische Landeszentrale für neue Medien München), Christoph Keese (Konzerngeschäftsführer Public Affairs, Axel Springer, Berlin), David Schürger (Geschäftsführer place2be / BLU.FM Europe, Berlin), Rainer Tief (Leiter Programmbereich Multimedia und Jugend Bayerischer Rundfunk, München) und Sebastian Wolters (Referent Geschäftsführung & Projektleiter Digital, Media Cluster nordmedia – Die Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen)

Ich moderiere die Podiumsdiskussion und plane, den Teilnehmern folgende Fragen zu stellen:

Konvergenter Rundfunk? 

Fernsehen im Web, das Web auf dem Fernseher, Zeitungen, die auf Tablets und Handies statt Fotos künftig Videos zeigen? Wetten das als Facebook App? Sieht so die Zukunft aus? Verschmelzen die Mediengattungen zu komplett konvergenten Angeboten, die dezentral überall im Web hinfinden sind?

Rundfunkgesetze für das Internet?

Youtube ist die zweitgrößte Suchmaschine im Web, einzelne Nutzer haben mehr Reichweite als so mancher Lokalsender, Google und Facebook verteilen die Reichweite und Aufmerksamkeit für Medienangebote. Apple liefert das Ökosystem für den Vertrieb multimedialer und konvergenter Medienangebote. Alle diese Unternehmen kommen nicht aus Deutschland, haben eigene wirtschaftliche und möglicherweise auch politische Interessen und besitzen eine grosse Macht. Wie sieht das Kräftemessen aus, regulieren Rundfunkgesetzte und Landesmedienanstalten künftig Facebook so swie sie heute bereits versuchen IPTV Angebote von Telefongesellschaften zu regulieren?  Muss das erste bei Google auf der eins und das ZDF auf der zwei in den Suchergebnissen gefunden werden?

Erlösmodelle, Qualität und Nutzungsmöglichkeiten? 

Verlage erhoffen sich neue Erlöse aus dem Verkauf von Abos auf Geräten wie dem iPad, iPhone oder Kindle. Um die Tagesschau App gab Streit, öffentlich rechtliche Sender dürften ihre Inhalte nicht kostenlos im Web verschenken und online keine Archive mehr aufbauen. Journalistenschulen und Online-Publizisten sehen aber gerade in der langsamen Anreicherung und Dokumentation eine neue Qualität des Online-Journalismus. Das Slow Media Manifest beschreibt, wie Inhalte über Zeit reifen. Wie sehen Qualität und Erlöse und die Nutzungsmöglichkeiten von Medien künftig aus? Welche Rolle spielen externe Plattformen und bestehend Distributionswege wie UKW, Sat oder Kabel?

Interaktion / Personalisierung / Targeting

Zuschauer spekulieren via Twitter während der Ausstrahlung am Sonntagabend des Tatorts über den Mörder. Das ZDF vereint Facebook und Wetten dass, bei der RockAntenne in München können Hörer live in sozialen Netzen Posten, welchen Song sie gerade hören, Soziale Netzwerke werden mit ihren Empfehlungsmechanismen zu Filtern für Inhalte. Wie sehen personalisierte, interaktive Medien künftig aus?