Social Media Stolperer

Essener Verkehrs AG wollte Twitter-Hashkey verbieten


Große Aktiengesellschaft gegen kleinen Twitterwitzbold - Das ist wie David gegen Goliath und der Gewinner steht von Anfang an fest. 
Das zeigt der Fall der Essener Verkehrbetriebe und der des Twitternutzers VRRdeFanpage. Die Essener Verkehtsbetriebe wollten einem Twitternutzer die Verwendung des Haskeys #evag verbieten.

Die VRRdeFanpage hat mit ihren Tweets nicht immer Ernstes im Sinn. Nur auf den zweiten Blick ist ersichtlich, dass es sich nicht um die Verkehrsbetriebe im Rhein-Ruhr-Gebiet handelt. Den echten Verkehrsbetrieben liegen die Kurzmeldungen des Kanals im Magen. 

Als ich eben telefonisch nachgefragt habe, spricht Olaf Frei, Pressesprecher der Essener Verkehrsbetriebe von Beschimpfung von Fahrgästen und scharfen Rechtsverletztungen auf dem Kanal der inoffiziellen Fanpage. Leider habe man vergessen davon Screenshots zu machen, so Frei. Die entsprechenden Tweets habe die VRRdeFanpage inzwischen gelöscht. Auf mein Nachfragen, ob die Tweets denn justiziabel gewesen seien, meint Frei, man hätte deshalb nicht die Rechtsabteilung eingeschaltet, die Fäkalsprache hatte die Vekehrsbetriebe aber gestört.

Die Essener Verkehrsbetriebe hatten also nicht vor, rechtliche Schritte gegen den Satire-Kanal einzuleiten.  Anders klang dies allerdings in einem Tweet, den der EVAG-Mitarbeiter Thorsten (Twitter-Kürzel *t) am 14.2 auf dem Twitterkanal der Essener Verkehrsbetriebe als Antwort an RVVdeFanpage postete:

Bitte keine hashtag-Nennungen mit der EVAG bitte. Letzte Warnung. *t





Das war unüberlegt, sagte Olaf Frei heute morgen. Es sei leider eine unüberlegte leere Drohung gewesen. Man habe gegen den Nutzer nichts in der Hand und wollte ihn in einen Dialog verwickeln. Nun, Dialog sieht offenbar anders aus. Letzte Warnung, und dann? Das fragen sich auch die Twitternutzer, die auf die Konversation der beiden aufgesprungen sind: Zensur! Abmahnwahn!  Die meisten Nutzer bei Twitter hatten die Drohung der EVAG ausgelegt, als wollten die Verkehrsbetriebe ihren abgekürzten Namen als Suchwort bei Twitter verbieten, bzw. der VRRdeFanpage untersagen, diesen Hashkey zu nutzen.

Man muss kein Internet- oder Kommunikations-Experte sein, um zu merken, dass dies völliger Schwachsinn ist. Es folgte hämisches Gelächter über die Rechtsauffassung der Essener Verkehrsbetriebe AG bei Twitter.

Welchen Effekt es haben kann, wenn Unternehmen Nutzern im Social Web drohen zeigt die Reaktion, die folgte: Ein Blick in die Twittersuche (natürlich nach dem Stichwort #evag) bietet humorvollste Reaktionen.