Studie: Jugendliche und ihre Selbst- und Mitverantwortung in sozialen Netzwerken

Michael Praetorius 20.10.2010

Facebook HQ Palo Alto

Jugendlichen zwischen 13 und 19 gehen offenbar deutlich differnzierter mit persönlichen Informationen in Online-Netzwerken um als bisher vermutet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Insitituts JFF, die gemeinsam mit der Landeszentrale für Neue Medien vorgestellt wurde.

Demnach machen sich Jugendliche in unterschiedlichem Maße und unterschiedlich tiefgehend durchaus Gedanken darüber, was sie wem in Sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ über sich mitteilen wollen und was sie andererseits als schützenswert erachten.


(c) München.TV



  1. Ein Teil der Befragten ist darauf bedacht, sich nur für seine Freunde zu erkennen zu geben. Z.B: mit Namensabkürzungen oder undeutlichen Profilfotos
  2. Ein weiterer Teil verfolgt die Strategie, sich und seine Talente einem breiten Publikum zu zeigen.
  3. Eine dritte Strategie kann man als spielerisch-experimentell bezeichnen. Dabei zeigen sich die Jugendlichen mit einem Pseudonym im Netz und sind nur von Eingeweihten auf den ersten Blick erkennbar. 

Unterschätzt wird laut der JFF-Studie der Datenschutz und das Missbrauchspotential mit den gesammelten Daten in den Netzwerken. Viele Spiele und Anwendungen z.B. bei Facebook sehen ganz harmlos aus, sind aber nur dazu gebaut, um an persönliche Daten für spätere Werbung heranzukommmen. Jugendliche pflegen im Web ihre Freundschaften genau so wie im realen Leben auch. Sie organisieren ihre Freundschaften und sammeln dort Erlebnisse in Bildern, Videos oder kurzen Geschichten. Was zu kurz kommt ist ein Empfinden über die Privatsphäre anderer: So werden Fotos von Freunden in geschossenen Gruppen veröffentlichen oder Freunde auf Fotos markiert ohne sich über zum Beispiel deren Rechte am eigenen Gedanken zu machen Selbst- und Mitverantwortung in sozialen Netzwerken ist aber nicht nur ein Thema für Jugendliche.


Über den Autor:

Michael Praetorius

Michael Praetorius, geboren 1978 in München lebt heute als Publizist und Medienberater in München und Berlin. Er arbeitet als Head of Content bei der AKOM360 sowie als Geschäftsführer des Content Management System Herstellers NOEO.

Zu seinen Spezialgebieten gehören digitale Medienkonzepte, die Transformation zu digitalen Geschäftsmodellen, plattformübergreifende Anwendungen und Inhalte. Zu seinen Auftraggebern gehören Verlage, Fernseh- und Radiosender, Videospielepublisher, Agenturen und Behörden. 

Michael Praetorius ist zudem langjähriger TV- und Hörfunkjournalist und lehrt junge Journalisten an unterschiedlichen Einrichtungen wie dem AFK München oder der Privatsenderpraxis in Wien. Zudem ist Praetorius fachlichen Beirat der Bayerischen Akademie für Werbung und dort Lehrgangsleiter für Digitalmarketing.

Michael Praetorius bloggt auf dieser Website und moderiert die YouTube Sendungen der Münchner Isarrunde und der Kreativ Lounge des MIZ Babelsberg.

Trivia: Praetorius ist verwandt mit dem gleichnamigen Renaissance- und Barock-Komponisen, wenn auch leider selbst völlig unmusikalisch.

 


Kommentare