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Social Media Trends 2009

Beim Social Web Breakfast ging es heute in der Lounge2 in München um die Social Media Trends im kommenden Jahr. Auf dem Podium gaben Dr. Benedikt KöhlerMartin Meyer-GossnerAlexander Wunschel und ich einen Ausblick, was wir im kommenden Jahr für relevant halten. Die Veranstalter des SocialWebBreakfast haben das mal zusammengefasst:

Twitter ist im Mainstream angekommen Dr. Benedikt Köhler

Dr. Benedikt Köhler (www.twitter.com/furukama) sieht, dass 2009 die Kommunikation und Interaktion mit anderen noch einfach wird/werden muss. Als Branchenprimus gilt für ihn der Dienst Twitter, der einen einfach, schnellen und direkten Austausch mit anderen Personen im Netz erlaubt. Das sei das "Kernelement", um das es im Social Web ginge. Andere Applikationen seien noch viel zu komplex. Auf die Frage ob Twitter in 2009 Mainstream werden können, meinte er, dass die Aufmerksamkeit für den Dienst ja bereits die klassischen Tageszeitungen erreicht hätte und damit durchaus zur Massen-Anwendung werden könnte. Köhler meint aber auch, dass Twitter nicht das Blog verdrängt, sondern komplementiert - denn es sei eine andere Form der Kommunikation.

Networken in der Wirtschaftskrise: Das Social Web ist ein Effizienzkiller

Martin Meyer-Gossner (www.twitter.com/thestrategyweb) sieht dass Medien zwar die neuen Phänomene erkennen und darüber berichten, aber bisher nicht leben - die Durchdringung der Tools in den klassischen Alltag sei eine Entwicklung, die er für 2009 sieht. Dabei ist er allerdings auch der Meinung, dass sich Medien und Unternehmen intern erstmal organisieren müssen, um Social Software effizient einzusetzen. Insgesamt steht das Verständnis für die Möglichkeiten der Social Software für eine effiziente Kommunikation und auch Produktivitätssteigerung durch die Social Software noch aus. Die Erlangung dieses Verständnis sieht er insb. vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Lage als wichtigen Entwicklungsschritt in 2009.

Das Medienkonsumverhalten hat sich bereits verändert

Alexander Wunschel (www.twitter.com/podpimp) startete mit der provokanten Aussage, dass Twitter völlig irrelevant sei - denn Twitter ist der zweite Schritt, zunächst müsse aber erstmal der erste Schritt gemacht werden. Zu Letzterem erzählte er eine Anekdote von einem Referenten des Monaco Media Forum - der Name wurde nicht genannt, aber diese Person - wohl selbst als Investor in Silicon Valley im Thema Reputation Management unterwegs - hatte Probleme mit der "offenherzigen" Präsentation seiner Tochter auf Facebook, die er bei einem Strandspaziergang diesbezüglich zur Seite nahm um sie über die Gefahren ihres Verhaltens aufzuklären. Diese antwortete ihm aber wohl nur verständnlislos: "Papa, Du kapierst es nicht .. in einem Unternehmen wie Deinem würde ich mich auch gar nicht anstellen wollen" - sprich die Generation Y sieht sich in einem ganz anderen sozialen Umfeld, in dem die authentische und offene Selbstdarstellung im Netz Gegenstand des Richtigen ist und das "Online-Kaschieren" bzw. "Aufpeppen" des Profils falsch ist. Den richtigen Kommunikationsweg in diesem neuen sozialen Umfeld zu finden - sprich in Form eines authentischen Dialogs - ist für Unternehmen und Medien die Herausforderung der nächsten Jahre. Hier bedarf es neue Medienkompetenzen, die einen deutlichen Wandel für das Marketing und die Agenturlandschaft bringen. Dabei vertritt Alexander Wunschel ganz klar die Meinung, dass die grundlegenden Einstellungsänderungen auf Seiten der Konsumenten auch in Zukunft überwiegend über Massenmedien angestoßen werden - die Absicherung, ob die Änderung auch zur eigenen Person passt, erfolgt aber über das Social Web im Austausch mit dem eigenen Netzwerk. Im Hinblick auf den Wandel und die zu erlernende Medienkompetenz sieht Alexander Wunschel noch gewaltige Herausforderungen auf das Bildungssystem zukommen, deren Berücksichtigung er in diesem Sektor leider noch nicht erkennt.

Das Social Web lebt von Persönlichkeiten

Als letzter Impulsgeber zog Michael Praetorius (www.twitter.com/praetorius) noch einen Vergleich zwischen Radio und Social Web - beides funktioniert über Personalities. Beim Radio sind es einzelne Personen in der Funktion der Moderatoren, die - wenn sie gut sind - eine Personality aufbauen. Dies ist die Voraussetzung, dass man diesen zuhört, von ihnen ein Fan wird und ihnen Glauben schenkt. Das Social Web funktioniert genauso - nur das hier nun jeder per se eine Personality werden kann - es gibt keine Zugangsbeschränkung. Aber es gibt eine Selbstselektion, da nicht jeder ein "Sender" werden will (sondern halt nur die 1-9% der Aktivierten!). Für den Rest heisst immer wieder, dass es einen ständigen Anstoß braucht, um die träge Masse zur Aktion zu treiben - auch das sei dem Radio sehr ähnlich - bzw. hier bietet sich dann auch die Chance für das Radio, mit Aktionen diesen Anstoß zu geben. Deshalb experimentiere man sehr intensiv bei Antenne Bayern mit den Social Software Werkzeugen. Dies schliesst auch den Einsatz von Video ein. Dennoch alle diese Tools werden auch hier als komplementäre Interaktionskanäle verstanden - denn Radio per UKW ist immer noch kostengünstiger als Web-Radio oder Web-TV - so die Aussage von Michael Praetorius.

SocialWebBreakfast mit Michael Praetorius

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